Manaus – das Treffen der Wasser

Aida bietet von jedem Hafen aus eine Reihe unterschiedlichster Ausflüge an. Sie sind nicht ganz billig, die Gruppen sind recht groß, aber wir haben sie immer als gut organisiert und interessant erlebt. Während der Reisevorbereitungen habe  ich in den Foren immer wieder gelesen, dass privat organisierte Ausflüge persönlicher und preisgünstiger sind. Besonders positiv wurde da Wolfgang in Manaus beschrieben. Also suchte ich seine Internetseiten – den Ausflug zum „Treffen der Wasser“ gab es in ähnlicher Weise auch bei Aida wo er um die 50 Euro kostet.

Die Preise bei Wolfgang klangen interessanter, da nach Teilnehmeranzahl gestaffelt.

http://www.amazonasreisen.de/reiseangebote-und-buchen/manaus.html

Dauer: 3 – 5 Stunden
Preise pro Person:
2-3 Teilnehmer € 105
4-5 Teilnehmer €  54
6-8 Teilnehmer €  43

Der „Geheimtipp Wolfgang“ war wohl nicht mehr ganz geheim und wenn Alida kommt, ist auch bei ihm Hochsaison. Anders als in den Internetseiten angeboten wollte Wolfgang für den Ausflug 48 Euro und Vorauszahlung. Wir waren dann eine Gruppe von 12 Personen (eigentlich waren wir 20, denn es gab ein zweites Schiffchen mit 8 Teilnehmern und einem weiblichen „Hilfsscout“, die aber eher begleitende Funktion hatte). Nach etwas mehr als drei Stunden war der Ausflug zu Ende, hier hat die Internetankündigung (3 – 5 Stunden) gepasst auch wenn ich mich im Nachhinein frage, wovon diese doch etwas undeutliche Zeitangabe abhängt.

Auch wenn wir ihn vermutlich auch weniger aufwändig buchen hätten können: Spannend war der Ausflug auf jeden Fall:

Erst einige Kilometer unterhalb von Manaus heißt der Fluss wirklich Amazonas, nämlich dann, wenn sie sich treffen: der Rio Negro mit dunklem, fast schwarzem Wasser und der Rio Solimões der wärmeres hellbraunes-schlammiges Wasser führt. Sie vermischen sich nur langsam, fließen zuerst zehn Kilometer nebeneinander her. Diese Geburtsstätte des Flusses besuchen wir mit einer Flussfahrt in einem kleinen Boot, vorbei am riesigen Industriehafen mit Frachtkähnen aus aller Welt. Es ist wirklich ein faszinierendes Schauspiel:

Bild

Während der Regenzeit steigt der Wasserspiegel des Amazonas bis zu 20 Meter. Da das Land flach ist, betrifft das einen breiten Landstrich, der dann unter Wasser ist. Die Vegetation hat sich angepasst, nur hier gibt es Bäume, welche es überleben, wenn ihre Stämme ein halbes Jahr unter Wasser stehen, hier wächst die Riesenseerose Victorica Amazonica, deren Blätter 50 kg tragen können. Die Regenzeit hat heuer verspätet eingesetzt, aber ein Stück können wir hineinfahren in das Gebiet und ein Stück gehen wir auf einem Steg. Die Äffchen, die sich herumtreiben, haben gelernt, dass die Menschen ihre Bananen manchmal mit ihnen teilen. 😉

Auch die Menschen, die schon lange Zeit hier leben, haben sich angepasst. Ihre Häuser sind entweder auf hohe Stelzen gebaut – oder sie können schwimmen. Diese Ansiedlung steht nicht immer am selben Platz, die Häuser schwimmen einfach immer am Ufer, egal wo es sich gerade befindet. Das große Gebäude mit den geschlossenen Läden ist übrigens die Schule, im Jänner sind in Brasilien Ferien.

 

Nachtrag: Erst bei der Internetrecherche nach Dingen, die ich nicht mehr genau wusste, habe ich mehr über diesen „Wolfgang“ gefunden. Es handelt sich um Wolfgang Brög, einen anerkannten Dokumentarfilmer. Natürlich führt der nicht selbst Gruppen durch diese Allerweltstouren, trotzdem schade, dass da wohl unter  seinem Namen mittelmäßige Touren durchgeführt werden.

http://www.amazonas.de/amazonas/broeg_bericht1_06.html

(Das Portal von http://www.amazonas.de sei allen Interessierten warm empfohlen.)

Werbeanzeigen