Seetag vor Santarem

Sonnenaufgang 6:36, Sonnenuntergang 18:41

Speed 16 Knoten ( ungefähr 30 km/h) Lufttemperatur 32,9 Grad, Wassertemperatur 29,2, Windgeschwindigkeit 5,7 m/s (4 Beaufort), Kurs 270 ° (W)

Die Position mag ich nicht abschreiben, aber wir sind in der Nacht weit herein in den Amazonas gefahren und draußen scheint es jetzt kurz nach Sonnenaufgang schon ziemlich warm und dampfig zu sein. Die Klimaanlagen funktionieren aber alle bestens und sind auch ziemlich gut eingestellt. Hier im Zimmer haben wir eine etwas wärmere Temperatur als in den öffentlichen Räumen, beim Essen ist es angenehm, ein Jäckchen dabei zu haben….und wie gestern Abend dann in der warmen Luft in der Oceanbar im Heck des Schiffes zu sitzen und hinaus aufs Meer zu schauen ist sooooo angenehm.

…Jetzt sind wir gerade aufgewacht und seit wir bemerkt haben, dass auf Kanal elf ähnliche Positionsmeldungen zu sehen sind, wie im Flugzeug, starten wir unseren Tag meist mit einem Blick da hin. Die Mitreisenden mit einer Innenkabine erzählten, dass sie am Morgen einfach die Kanäle mit den Positionskameras einschalten, das ist dann wie ein Blick aus dem Fenster…mir gefällt unser echtes Fenster trotzdem besser. Da sieht man jetzt das Ufer vorbeiziehen, viel Wald, kleine einstöckige Häuschen, manchmal ein Felsen. Der Regenwald ist aber nicht jener Urwald mit riesigen uralten Bäumen den man aus Filmen kennt. Am Amazonasufer ist das Fällen des Holzes ja am einfachsten und deshalb mussten diese Bäume hier zuerst daran glauben. Lektor Michael erzählt aber Fasznierendes, leider kann man sich nicht alles merken: Ein großer Teil aller auf der Erde bekannten Pflanzen wachsen in Brasilien, viele unbekannte werden in den Wäldern noch vermutet. Von den etwa hundert indogenen Völkern, die noch keinen Kontakt mit der restlichen Menschheit hatten, vermutet man sechzig in den Urwäldern Brasiliens. Er erzählt aber auch davon, dass diese Stämme in großer Gefahr sind: die Holzfäller dringen immer weiter vor und die Stammesangehörigen sind nicht immun gegen unsere Krankheiten und sterben selbst an Grippe.

…Seetag also. Erst mal frühstücken, dann an Deck liegen, schauen wie das Ufer vorbei zieht, Vortrag anhören, lesen, Kartenspielen….mal sehen, was uns noch alles einfällt. Das Angebot ist riesig.

Schönen Tag euch allen da drinnen im Net(z)

p.s. Fotos habe ich erst später hochgeladen, der Menschenauflauf an Deck ist anlässlich der Äquatortaufe. Bei solchen Anlässen ist immer ziemlich viel los. Auch witzig: Brasilien ist einer der weltgrößten Lieferanten von Orangensaftkonzentrat. Der Rauchsaft auf dem Schiff hat also schon eine weite Reise auf dem Buckel.

 

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Ein Kommentar zu “Seetag vor Santarem

  1. So ein Seetag kann sehr angenehm sein. Wir spielen Karten (Jassen, das Vorarlberger „Nationalkartenspiel“) und seit vielen, vielen Jahren verliere ich, aber ich liebe dieses Spiel. Sensation: beinahe hätte ich einen „Matsch“ d.h. alle Stiche gemacht, aber nein, Anne muss noch einen Stich machen, der zwar keine Punkte zählte, aber mir, wie schon erwähnt, den „Matsch“ versaute!!!!!! Und was passierte dann? Sie machte den „Matsch“. Könnt ihr euch vorstellen wie ich mich fühlte? hihihi
    Da ich einmal einen Spieldurchgang gewann, hatte Anne die Idee, der Gewinner zahlt eine Runde. So eine geniale Idee – dachte da Anne nicht weiter? – jedenfalls zahlte ich den Aperolspritz – haha und danach musste sie einige Caipirinhas zahlen. Noch nie hatte ich so gerne verloren. (breites Grinsen)
    Eva

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